Teilgeständnis vor dem Landgericht Bielefeld
Familienvater gesteht Missbrauch
Ein fünffacher Familienvater soll ein 13-jähriges Mädchen absichtlich angefahren, es schwer verletzt und anschließend vergewaltigt haben. Am Donnerstag (13.08.09) legte er vor dem Landgericht Bielefeld ein Teilgeständnis ab.
Am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Bielfeld hat der 31-jährige Angeklagte am Donnerstag (13.08.09) gestanden, eine 13-jährige Radfahrerin sexuell missbraucht zu haben. Den Vorwurf der Anklage, das Mädchen absichtlich angefahren zu haben, wies sein Anwalt jedoch zurück.
Auf dem Parkplatz missbraucht
Landgericht Bielefeld
Die Tat ereignete sich am Ostermontag 2009 auf einem Feldweg in der Nähe von Hille (Kreis Minden-Lübbecke). Die Schülerin war zur Tatzeit mit ihrem Fahrrad unterwegs, als der 31-jährige Mann sie absichtlich mit seinem Wagen angefahren haben soll. Die 13-Jährige erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und einen Kieferbruch. Der Angeklagte soll ihr nach dem Unfall angeboten haben, sie nach Hause zu fahren. Stattdessen aber soll er auf einen Parkplatz gefahren sein, wo er das schwer verletzte Mädchen missbraucht haben soll. Laut Anklage stand sie unter Schock und konnte sich nicht mehr wehren. Später soll er sie an einer Straßenecke ausgesetzt haben.
Geständnis widerrufen
Der Mann wurde noch am selben Abend in seiner Wohnung festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Der Polizei sagte der fünffache Familienvater bei der Vernehmung, dass er schon seit Längerem geplant habe, ein junges Mädchen zu vergewaltigen. Als ihm die 13-Jährige auf dem Feldweg entgegen geradelt sei, habe er seinen Entschluss in die Tat umgesetzt. Das abgelegte Geständnis, wonach er das Mädchen absichtlich angefahren und die Tat geplant habe, widerrief er später über seinen Anwalt und die Medien.
Schülerin kann sich nicht mehr erinnen
"Aus juristischer Sicht ist dieser Widerruf für uns ohne Bedeutung, weil bei der Staatsanwaltschaft bisher nichts eingegangen ist", erklärte dazu Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart. Die Anklagebehörde geht weiter von den ursprünglichen Angaben des Mannes aus und hält ihn der Vergewaltigung sowie des schweren Kindesmissbrauchs und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Das Strafmaß dafür liegt laut Gericht zwischen zwei und 15 Jahren. Die Schülerin aus Hille tritt bei der Verhandlung als Nebenklägerin auf. Laut Staatsanwaltschaft kann sich das Mädchen an die Tat nicht mehr erinnern.
Quelle:
http://www.wdr.de/themen/panorama/krimi ... e=panorama