Rettungssanitäter gesteht Missbrauch von Kindern
Ein Prozess mit vielen Fragezeichen: Der mutmaßliche Kinderschänder Markus H. hat gestanden, doch er verweigert sich den Gerichtsgutachtern.
Mit einem pauschalen Geständnis hat am Donnerstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Kinderschänder Markus H. begonnen. Ihr Mandant wolle ein umfassendes Geständnis ablegen, erklärten die Verteidiger Marc Duchon und Marco Noli im Landgericht. "Er räumt die Tat voll umfänglich ein und möchte sich entschuldigen für das, was er den Kindern angetan hat."
Im November 2007 hatte der 26-Jährige in einer Neubausiedlung am Ackermannbogen zwei Kinder im Alter von damals fünf und sieben Jahren sexuell missbraucht.
Markus H. wird in Handschellen vorgeführt. Er trägt die blaue Einheitskleidung der Untersuchungshäftlinge und hält sich zur Enttäuschung der wartenden Fotografen einen Aktendeckel vors Gesicht. Nach Verlesung der Anklage und dem Geständnis wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, zum Schutz der Kinder.
Ihre auf Video dokumentierten Aussagen werden anschließend den Prozessbeteiligten vorgeführt. Anwältin Antje Brandes, die die Interessen der Kinder und ihrer Eltern vertritt, ist darüber froh. Eine Aussage vor Gericht hätte für die Geschwister traumatisierende Folgen, sagt sie. Der fünf Jahre alte Bub und seine zwei Jahre ältere Schwester befänden sich seit der Tat in psychotherapeutischer Behandlung. Der Familie sei sehr daran gelegen, anonym zu bleiben.
DNS-Spuren am Tatort
Möglicherweise wird es generell zu einem Prozess hinter verschlossenen Türen kommen. Denn die Verteidiger wollen ihren Mandanten schützen und verweisen auf dessen Recht, intimste Bereiche nicht in aller Öffentlichkeit ausbreiten zu müssen.
Quelle
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/530/480015/text/