Kinderschänderring ausgehoben
Gestern, 17:21 Uhr
Drucken Erfurt (AP) Die Polizei hat einen Kinderschänderring in Deutschland und der Schweiz ausgehoben. Drei Kinder fielen den pädophilen Tätern zum Opfer, wie die Polizei in Gotha am Mittwoch mitteilte. Insgesamt wird gegen acht Verdächtige ermittelt, darunter drei aus der Schweiz. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat bereits im März Anklage gegen einen einschlägig vorbestraften 30-jährigen Mann aus dem Kreis Gotha erhoben - auch dies wurde erst jetzt bekannt. Der Prozess soll Ende Oktober beginnen. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Angeklagte muss sich wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in 13 Fällen sowie wegen Besitzes von Kinderpornografie verantworten. Die Kripo in Gotha ermittelte seit April 2008 wegen Besitzes von Kinderpornografie gegen den Mann. Auf ihn stieß man im Zusammenhang mit der Operation «Yeti» des Bundeskriminalamts im Jahr 2007, die auf der Basis von Ermittlungen in Großbritannien gegen Kinderpornografie im Internet lief. Bei seiner Vorführung vor dem Haftrichter im Mai 2008 hatte er den sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden.
Der nicht verheiratete 30-Jährige war bereits 2005 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährung wurde inzwischen widerrufen, so dass er die Strafe nun verbüßt.
Kinder wechselseitig missbraucht
In der Wohnung des Thüringers hatte die Polizei mehrere unverfängliche Fotos eines etwa zehnjährigen Jungen entdeckt. Dann wurde ermittelt, dass der Mann eine Beziehung zur Mutter des Kindes hatte. Bei deren Vernehmung kam der Verdacht eines Sexualverbrechens an dem Jungen auf.
Der Pädophile hatte mit dem Kind mehrere Reisen in die Schweiz unternommen. In seinem Geständnis sagte er später, er habe dort einen 29-jährigen Deutschen besucht, den er im Internet kennengelernt habe. Dieser sei alleinerziehender Vater eines siebenjährigen Jungen und habe diesen sexuell missbraucht. Der 29-Jährige wurde daraufhin in der Schweiz verhaftet und kam in Untersuchungshaft.
Die Ermittler wiesen den beiden Männern intensive Kontakte zu weiteren Pädophilen nach. Die Mitglieder des Kinderschänderrings hatten sich gegenseitig besucht und über das Internet ausgetauscht. «Leider bestätigte sich bei den Ermittlungen auch, dass es zu Treffen zwischen einzelnen Mitgliedern innerhalb dieser Gruppe kam, bei denen die Kinder wechselseitig missbraucht wurden», berichtete die Polizei.
Zudem wurde die Identität eines Jungen geklärt, von dem eine 500 Bilder umfassende kinderpornografische Bildserie im Internet kursierte. Dabei handelte es sich um den Sohn des in der Schweiz lebenden Deutschen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater selbst diese Fotos gemacht hat. Gegen ihn wird in der Schweiz gerade die Anklage vorbereitet.
Quelle:
http://de.news.yahoo.com/1/20090729/twl ... 73c05.html