Missbrauch zerstörte junges Leben
Duisburg, 11.07.2009, Bodo Malsch, 10 Kommentare, Trackback-URL
Vater gestand nach elf Jahren sein Verbrechen ein: Er hatte seinen Sohn missbraucht. Dafür kam der 58-Jähriger mit einer Bewährung davon.
Welche grausamen Folgen sexuelle Übergriffe gegen Kinder haben können, machte gestern ein Prozess vor dem Landgericht deutlich. Zahlreiche ambulante und stationäre Therapien hat der heute 23-jährige Tim Z. (Name geändert) hinter sich. Bislang weitgehend erfolglos versuchten Ärzte und Psychiater das Trauma zu bekämpfen, das der sexuelle Missbrauch durch den eigenen Vater vor elf Jahren auslöste.
Dem 58-jährigen Angeklagten fiel es gestern sichtlich schwer, seine Schuld einzugestehen. Sein Sohn habe im Jahre 1998 fünf Monate bei ihm in Bruckhausen gelebt, so der Sozialhilfeempfänger. Der Junge habe Probleme mit seiner Mutter und dem Stiefvater gehabt. Er selbst habe damals viel getrunken.
Das eigentliche Geständnis übernahm der Verteidiger. Sein Mandant habe aufgrund des langen zeitlichen Abstandes zu den Taten und der Alkoholproblematik Probleme sich genau zu erinnern. Die Anklage, die mindestens 52 Fälle von sexuellem Missbrauch auflistete, solle aber in vollem Umfang anerkannt werden.
Danach war der Angeklagte im fraglichen Zeitraum mehrfach in der Woche im Schlafzimmer des Kindes erschienen, hatte sich und den Zwölfjährigen entkleidet, ihn im Intimbereich gestreichelt und sich von dem Kind anfassen lasssen.
Ohne das Geständnis des Vaters hätte das Verfahren möglicherweise mit einem Freispruch geendet. Gutachter hatten aufgrund der psychischen Störungen des Hauptzeugen bereits im Vorfeld signalisiert, dass die Glaubwürdigkeit der Aussagen des jungen Mannes kaum zu bewerten sei.
Ein Umstand, den die Strafkammer dem Angeklagten in hohem Maße zu Gute hielt. Für den bislang nicht vorbestraften Mann sprach auch der lange zeitliche Abstand zur Tat, seit der er sich nichts mehr hatte zu Schulden kommen lassen. Vor diesem Hintergrund wurde am Ende eine zweijährige Haftstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.
Quelle
http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html